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Klare, eine wenig zu missionarische Analyse - lesen Sie einmal die Bücher von Jesper Juul parallel Oktober 1, 2008 hasenpupspapa (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) 14 aus 17 fanden die folgende Rezension hilfreich
Der immense Erfolg dieses Buches zeigt ungewollt das Dilemma auf, das es beschreibt. Selten wurde ein kritisches erziehungsratgeberisches Buch in so vielen Auflagen verkauft, wie diese Streitschrift, die nichts weniger behauptet, als dass die Art und Weise, wie in den letzten Jahrzehnten Kinder und Erwachsenen zusammenleben in eine Katastrophe geführt hat, die die Kindheit abgeschafft, die Kinder zu Erwachsenen gemacht und die Erwachsenen in einem unerwachsenen Status hält, der sie ihren Kinder weder ein Vorbild sein lässt noch sie zu eigenständigem Leben ermutigt. "Mein Ansatz, der die psychische Entwicklung der Kinder in den Mittelpunkt rückt, ist die einzige Möglichkeit, diesen Trend sinnvoll zu analysieren und Strategien zu entwickeln, wie man ihm wirksam entgegentreten könnte. Das ist bisher nicht so gesehen worden, weil der Grundkonsens innerhalb der für Erziehung und Ausbildung wichtigen Teile der Gesellschaft auf Annahmen beruhte, die dieser Einschätzung zuwiderlaufen. Dieser Grundkonsens lässt sich anhand von drei grundsätzlichen Beziehungsstörrungen zwischen Erwachsenen und Kindern beschreiben: der Partnerschaftlichkeit, der Projektion und der Symbiose." Winterhoff erläutert seine Thesen mit vielen Beispielen aus seiner therapeutischen Praxis. Er tut es überzeugend, aber nach meiner Meinung zu missionarisch ( "die einzige Möglichkeit"). Die Probleme , die er anspricht sind immens und man wird sein neues Buch abwarten müssen, das für Anfang nächsten Jahres angekündigt ist und das Auswege verspricht, um eine endgültige Bewertung seines Ansatzes vorzunehmen. Wer von den Thesen Winterhoffs betroffen ist oder betroffen gemacht wurde, dem seien vom Rezensenten die Bücher des dänischen Familientherapeuten Jesper Juul empfohlen, der nicht weniger deutliche, aber doch für betroffene Eltern leichter anzunehmende Analysen gibt und Alternativen aufzeigt.
Warum soviel Aufregung um dieses Buch? September 28, 2008 K. Buschhardt 2 aus 6 fanden die folgende Rezension hilfreich
Also: ich habe das Buch geschafft und ehrlich gesagt verstehe ich die mediale Aufregung nicht, die dieses Buch verursacht hat. Es ist kein Erziehungsratgeber nach dem Motto: so müssen Sie Ihr Kind erziehen. Das Buch basiert auf seinen Erfahrungen als Kinderpsychiater und sicher ist dies auch eine sehr spezielle Sicht auf gewisse Erziehungsprobleme. Viele Dinge, die er schildert, sind nachdenkenswert. Interessant fand ich u.a. die Aussage, dass bei einem Fehlverhalten eines Kindergartenkindes die Erzieherin nicht etwa das Kind auf sein Fehlverhalten hinweist (weil viele KiGas nach einem auf Partnerschaft mit dem Kind basierenden Konzept arbeiten) und dem Kind die Möglichkeit gibt, daraus zu lernen, sondern sofort nach Gründen sucht, weshalb, das Kind gerade so reagiert. Und dann kommen sehr schnell Dinge wie ADS zur Sprache, das Fehlverhalten wird mit Problemen zu Hause entschuldigt oder im schlimmsten Fall wird das Kind zu Psychologen geschleppt. Und das es viele Eltern ebenso machen... Alles in allem nicht schlecht wenn man sich mit gesellschafts- und erziehungspolitischen Kernfragen beschäftigen will (vor allem Lehrer und Erzieher sollten es als Pflichtlektüre lesen). Ein Erziehungsratgeber ist es aber keinesfalls. Und man muss sicher auch nicht mit allem einverstanden sein, was er schreibt. Es geht ihm glaube ich hauptsächlich darum, Verständnis für die aktuelle Bildungs- und Erziehungsmisere zu schaffen.
Endlich!!! September 28, 2008 Goldfisch (Bodensee) 1 aus 4 fanden die folgende Rezension hilfreich
Endlich ein Buch, das wirklich schonungslos aufklärt und Schluss macht mit Kuschelpädagogik. Empfehlenswert für alle Lehrer, Erzieher und Eltern. Trotzdem sollte man nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern viele mit ins Boot holen, um zu retten, was zu retten ist.
Ein Buch, das zur Stellungnahme auffordert September 26, 2008 1 aus 2 fanden die folgende Rezension hilfreich
Es war sehr interessant für mich, hier die verschiedenen konträren Meinungen zu diesem Buch zu lesen. Man versteht den Autor sicherlich falsch, wenn man ihn als Ewiggestrigen einstuft, der uralte Erziehungsideale aus der Mottenkiste holt. Weshalb das Buch wohl so ein Renner ist, das liegt ja genau daran, dass seine Diagnose stimmt, dass viele Kinder heute nicht mehr die ihrem Alter entsprechende Impulskontrolle haben, dass sie Störungen in der Aufmerksamkeit haben, motorisch unterentwickelt sind und nicht empathiefähig sind. Was hinter dieser Diagnose steht, das untersucht der Autor (manchmal ein wenig zu simplifizierend), aber er zeigt auf, wie wichtig es ist, dass die Kinder - ja nach ihrem Alter - entsprechend begleitet und vor allem mit Möglichkeiten der Selbststeuerung vertraut gemacht werden. Wie das gehen kann, das hat Vera Kaltwasser mit ihrem neuen Buch "Achtsamkeit in der Schule" umfassend ausgeführt. Sie gibt Konzepte an die Hand,w as ja einige Rezensenten bei Winterhoff vermisst haben.
Ich fand es sehr hilfreich September 24, 2008 Rennpferd 1 aus 3 fanden die folgende Rezension hilfreich
Dieses Buch verhilft einem den Status Quo bei seiner Erziehung bzw. seine Stellung zu seinen Kindern besser einzuschätzen. Doch ich finde man sollte Vorsicht walten lassen, bei der Umsetzung der Hinweise. Denn wie bei allem Medizinischem (in diesem Fall die Psyche) ist alles nicht so einfach und sehr häufig nicht nur durch eine Erklärung zu lösen. Der Autor beschreibt sehr gute Fälle, in denen man seine eigene Situation wiedererkennt. Doch ist es dann wirklich der gleiche Fall? In unserem Fall hat uns dieses Buch sehr geholfen. Auch unser Sohn paßt mit seinem Verhalten voll in dieses Schema. Doch wir waren vorher bei einem Arzt (da gab es dieses Buch noch nicht) und haben in einer Untersuchung irgendwelche Schwächen oder pathologische Defekte ausgeschlossen bekommen. Und jetzt, nach diesem Buch, versuchen wir unser Verhalten zu unserem Sohn umzustellen. Es wirkt. Natürlich nicht sofort. Auch sind nicht alle Situationen gleich, denn z.B. bei einem müden Kind sind sogar normal Erzogene unerträglich.
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