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Nichts als die Wahrheit

Nichts als die Wahrheit

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Regie: Roland Suso Richter
Schauspieler: Kai Wiesinger, Götz George, Karoline Eichhorn
Studio: AVU

Kaufen Gebraucht: EUR 18,90

Menge 1 Erhältlich


Gebraucht (9) ab EUR 18,90

Bewertung: 4.0 von 5 Sternen 8 Rezensionen
Verkaufsrang: 1727

Format: Pal
Sprache: Deutsch (Original Language)
Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren
Medium: Videokassette
Laufzeit: 123 Minuten
Versandgewicht: 0.6
Maße (innen): 7.6 x 5 x 1.2

EAN: 4011039313012
ASIN: B000050GS1

Freigabe-Datum: 1999
Veröffentlichung: November 16, 2000
Verfügbarkeit: Versandfertig in 1 - 2 Werktagen

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Redaktionelle Rezensionen:

Aus der Amazon.de-Redaktion
Ein gesellschaftliches Alptraumszenario. Der berüchtigte KZ-Arzt von Auschwitz, Dr. Josef Mengele, ist nicht -- wie es immer hieß -- 1979 in Brasilien gestorben, sondern lebt noch und kehrt nun freiwillig nach Deutschland zurück. Er will vor Gericht gestellt werden und dann während des Prozesses seine Wahrheit verkünden. Aus dem "Todesengel von Auschwitz" ist ein alter Mann geworden, der kurz vor dem Ende seines Lebens Erlösung sucht, aber nicht durch Reue, sondern durch öffentliche Anerkennung. Eine wirklich verstörende und faszinierende Idee, die Roland Suso Richter, der zur Zeit zu den aufregendsten Erzählern und Kino-Stilisten unter den jüngeren deutschen Regisseuren zählt, in Nichts als die Wahrheit in ihrer ganzen Konsequenz für uns und unseren Staat durchspielt.

Sympathy for the Devil. So wie Götz George ihn hier spielt, ist es fast unmöglich, sich Mengele und seiner Ausstrahlung zu entziehen. Er manipuliert uns genauso wie den Staatsanwalt und seinen eigenen Rechtsanwalt Peter Rohm. Kai Wiesinger lässt Rohm ganz bewusst nur wenig individuelle Züge, schließlich ist er ein moderner Jedermann, einer, in dessen Ehrgeiz wir uns genauso wiederfinden können wie in seinen guten Absichten. So zurückgenommen und kontrolliert wie als Dr. Mengele hat man Götz George noch nie gesehen, selbst in Der Totmacher nicht. Man spürt noch in der kleinsten Szene, wie viel ihm diese Rolle und dieser Film, den er mitfinanziert hat, bedeutet.

Mit Nichts als die Wahrheit nähert sich der deutsche Film zumindest in inszenatorischer Hinsicht dem internationalen Format, von dem er schon so lange träumt. Auf eindrucksvolle Art verbindet Roland Suso Richter Elemente des klassischen Politthrillers mit denen des Kammerspiels zu einer intensiven Reise in die dunkelsten Regionen der Seele. Es gelingt ihm, mit den Mitteln des Unterhaltungskinos noch einmal die Frage aufzuwerfen, wie beinahe ein ganzes Volk seine Menschlichkeit verlieren konnte. Dabei geht es Suso Richter nicht um moralische Urteile, sondern nur um die Wahrheit über uns selbst. Das gibt Nichts als die Wahrheit eine Kraft und Intensität, die im deutschen Kino der letzten Jahre ihres gleichen sucht. --Sascha Westphal


Kundenrezensionen:   Gelesen 3 mehr Rezensionen...

2 von 5 Sternen Viel Lärm um nichts!   August 29, 2008
Flavius (Hamburg)
Was hätte man aus diesem Stoff alles machen können! Hier muss man wirklich einmal konstatieren: Deutschland ist nicht Hollywood. Und dieser Film zeight, was herauskommt, wenn man versucht, den Stil großer US-Gerichtsfilme zu imitieren.
Ein paar Stars machen noch keinen guten Film. Und Götz George spielt sowieso immer gleich. Dieses Stammeln, seine artifiziellen Lautstärke- und Tempowechsel in Kombination mit dem berühmten Kinderaugen-Blick wirken unter der die Mimik komplett verhüllenden Gummimaske, mit der er hier den greisen Mengele geben muss (WILL!) peinlich und lachhaft.
Wiesinger ist zugegebenermaßen in diesem Film nicht übel, das Skript hat aber alles eine Numer zu groß aufgezogen und dann wieder eben doch nicht.
Pompöse Musik, ein Kabinett um Erschütterung heischender KZ-Geschichten
steht einem bemüht ausgewogenem Katalog aktueller Sachfragen (Sterbehilfe, Demonstrationsrecht, Rechtsstatsprinzip) gegenüber, der in einem annerkennenswertem Pro-/Contra auf Sabine-Christiansen-Niveau abgearbeitet wird. Nur leider gelingt es in keiner Weise, eien befrioedigende erzählerische Wicht zu erreichen, die einen gefangen nehmen könnte und einen eintauchen ließe in das dilemma der verschiedenen Figuren.
Und der große Scoop am Ende, von dem hier so viele schwärmen??? Vergessen Sie's! Wer da mit zu großer Erwartung bis zum Ende dranbleibt, kann nur enttäscht werden.
Fazit, ein Film, der Vieles will und wenig kann. Zu Recht ein Flop! Nicht wenige "Tatort"-Prduktionen vermögen in kürzerer Zeit ein Vielfaches an emotionaler Dichte und einem klaren Abbild unserer Gesellschaft zu vermitteln, als es "Nichts als dioe Wahrheit" hier zustande bringt.



1 von 5 Sternen Sakralisierung eines Nazi   August 29, 2008
Ein Leser
1 aus 1 fanden die folgende Rezension hilfreich

Ein höchst unangenehmer Film, der Mengele mit suggestiven filmischen Mitteln zu einem charismatischen Monster hochstilisiert und dabei die historische Realität völlig verfehlt. Mengele wird zu einem faszinierenden Ausserirdischen gemacht, der wie ein exotisches Reptil in einem Glaskasten sitzt (völlig undenkbar in einem deutschen Gericht). Sakrale Chormusik hebt ihn zuweilen in den Rang eines "dunklen Gottes", vor dem die kleinen Menschen in einer Mischung aus Ekel und Faszination erschauern. So sieht kein alter Nazi aus und er spricht auch nicht mit einer rauchigen Machostimme wie aus einer Whiskywerbung. Hier wird der "Thrill" der NS-Zeit clever ausgebeutet, um eine grosse Filmoper a la Hollywood zu inszenieren, den deutschen Nachfolger von "Schweigen der Lämmer" oder so ähnlich ... ehrgeizig, bombastisch, schwülstig, mit sentimentaler Musiksauce unterlegt, die dem Zuschauer vorschreibt, was er zu fühlen hat. Der Film sollte ein Lehrstück dafür sein, dass man solchen Themen nicht mit Spielfilmen beikommen kann. Es gibt genug hervorragende Dokumentationen darüber, die genau und uneitel sind, die einem das Monströse ohne Schminke und Soundtrack nahebringen und einen wirklich angesichts der Ungeheuerlichkeiten in den KZ's sprachlos machen.


5 von 5 Sternen Diese Sorte Film   November 23, 2006
Dr. Alberts (Bremen)
7 aus 9 fanden die folgende Rezension hilfreich

Nichts als die Wahrheit ist einer der Filme, die deutsche Geschichte betrachten, und so erfolglos sind wie "Höss" oder der ganz neue von Vilsmaier,"Der letzte Zug". Alles hervorragende Streifen, nachdenklich, aber sehen will das keiner. Wegschauen, generationenübergreifend. Eine DVD gibt es von diesem Film natürlich nicht. Zum Film selbst: Wenn ich mich auf die Haupthandlung beschränke, spitzt Suso Richter den moralischen Konflikt so zu, dass einem der Atem stockt. Mengele vertritt, er habe doch eigentlich nichts Ungewöhnliches getan, so hätten alle gedacht und, er habe doch die ohnehin Todgeweihten vor dem sicheren frühen Tod bewahrt. Das Erschreckende am ersten Teil der Aussage ist, das sie stimmt. Die Juden wurden nicht als gleichberechtigte Menschen angesehen, von einer grossen Zahl von Menschen, keinesfalls nur von einem national-sozialistischen Pöbel und Menschenversuche wurden propagiert. Der zweite Teil der Aussage allerdings wird beklemmend wiederlegt, wenn die überlebenden Opfer auftreten und darlegen, dass es um Quälerei ging und nicht um wissenschaftliche Versuche. Nicht umsonst wird Mengele da ohnmächtig. Die Verquickung zur Jetztzeit ist eigentlich überflüssig,gibt dem Film einen gewissen Zeigefinger, den er gar nicht braucht. Das Thema als solches: wie wird das Schreckliche aufgearbeitet, würde völlig ausreichen. Leider haben diese Filme in Deutschland kein gutes Standing. Wenn sie überhaupt im Kino erscheinen, sind sie nach kürzester Zeit wieder verschwunden. Niemand will sich damit beschäftigen. Es ist gut, dass es Schindlers Liste und den Pianisten von Polanski gibt, aber die deutschen Versuche, es zu benennen, damit wir uns im Anschauen konfrontieren,verdienten mehr Beachtung. Deswegen fünf Sterne !


5 von 5 Sternen .   Februar 16, 2004
9 aus 10 fanden die folgende Rezension hilfreich

Was sich in diesem Film für Abgründe zeigen, ist kaum in Worte zu fassen.
Der Film reisst den Zuschauer von Anfang an mit; die unheimliche und beklemmende Atmosphäre, mit der sich der Zuschauer im Gerichtssaal konfrontiert sieht, ist unbeschreiblich.
Josef Mengele (Götz George) bleibt während des ganzen Filmes ruhig und gelassen; er zeigt keine Reue, keinen Schmerz angesichts der zahlreichen Opfer, die während des Prozesses aussagen.
Ob nun wegen dieser oder einer anderen Tatsache - wie schon ein Rezensent vor mir gesagt hat: Nach diesem Film spricht man nicht. Ich jedenfalls konnte nicht, selbst wenn ich gewollt hätte.
Faszinierend aber ist doch, dass dieser Film, der ohne Zweifel ein Meisterwerk ist, hier nicht auf DVD angeboten wird; und als Video lediglich gebraucht. Warum?

Falls meine Worte irgendwie zu durcheinander oder ähnliches waren, möchte ich mich dafür entschuldigen.


5 Sterne.


5 von 5 Sternen Nichts als Manipulation   April 11, 2003
Andrea Gau (Potsdam)
9 aus 9 fanden die folgende Rezension hilfreich

Dies ist einer der faszinierendsten Filme, die ich jemals gesehen habe - ein Film ohne billige Effekthascherei und frei von jeglichem Ansatz das Thema zu verkitschen. Seine ruhige Erzählweise zieht zuerst in seinen Bann, lässt einen nicht mehr los, manipuliert Gefühle und Verstand des Zuschauers und führt uns in einer erschütternden Schlussszene schonungslos vor Augen, wie verführbar wir alle sind. Den letzten Satz dieses Films trug ich tagelang mit mir herum. Bis dahin war es mir immer unerklärlich, wie so etwas Schreckliches wie der Nationalsozialismus in einem Land mit denkenden Menschen passieren konnte - dieser Film gibt eine mögliche Antwort darauf und ist im Ganzen betrachtet nicht vorrangig ein Film über den Nationalsozialismus sondern eine erschütternde Studie des menschlichen Geistes.

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